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Daiwa Ninja X Spin 240

Medium - Spinnrute
ZanderBarschHechtJiggenFaulenzenSpinnfischen3 Min. Lesezeit
7.5
EXPERT RATING
Daiwa Ninja X Spin 240 Medium - Spinnrute
QUICK VERDICT

Daiwas Budget-Klassiker. Leicht, gut verarbeitet und überraschend sensibel für den Preis. Die beste Einsteigerrute unter 60 Euro.

TESTBERICHT

Erster Eindruck

Die Daiwa Ninja X ist seit Jahren ein Dauerbrenner im Budget-Segment — und das aus gutem Grund. Für 35 bis 55 Euro bekommst du eine Rute, die sich anfühlt wie 100 Euro. Daiwa packt hier den hauseigenen HVF-Blank rein, der normalerweise in teureren Serien verbaut wird. Das merkt man sofort, wenn man die Rute zum ersten Mal in die Hand nimmt: Leicht, straff, kein Wackeln.

Die 240cm-Variante mit 10-30g Wurfgewicht ist der Allrounder der Serie. Lang genug für ordentliche Wurfweiten vom Ufer, nicht zu lang fürs Boot. Optisch eher schlicht — matter schwarzer Blank mit dezenten Daiwa-Logos. Kein Bling-Bling, aber das braucht auch keiner.

Verarbeitung

Für unter 60 Euro ist die Verarbeitung erstaunlich gut. Die Oxide Titanium Ringe sind sauber eingebunden, die Wicklungen zeigen keine Auffälligkeiten. Der EVA-Griff liegt gut in der Hand und ist angenehm griffig — auch bei Nässe.

Der Rollenhalter ist solide, kein Spiel, kein Klappern. Die Steckverbindung sitzt fest ohne zu klemmen. Alles so, wie es sein soll. Kein Vergleich zu den No-Name-Ruten, die für ähnliches Geld aus China kommen.

Einziger Kritikpunkt: Das Hakenöhr am Blank fehlt. Bei einer Rute in dem Preissegment verschmerzbar, aber bei Daiwa hätte man das erwartet.

Am Wasser

Am Kanal mit 10-15g Gummifischen getestet, zeigt die Ninja X überraschend gute Rückmeldung. Grundkontakt spürt man deutlich, auch zaghafte Zanderbisse kommen durch. Das liegt am relativ leichten Blank — 165 Gramm für eine 240cm-Rute ist beachtlich.

Beim Jiggen auf Zander am Rhein mit 14g Köpfen und 10cm Gummis macht die Rute einen soliden Job. Die Aktion ist eher spitzenbetont mit schnellem Rückstellverhalten — Anhiebe kommen direkt an. Im Drill biegt sie sich progressiv, auch ein 65er Zander war kein Problem.

Beim leichten Spinnfischen mit Blinkern und kleinen Wobblern um die 10g fühlt sich die Rute wohl. Wurfweiten sind ordentlich, die Präzision stimmt. Unter 8g wird's allerdings schwierig — da fehlt der Blank die nötige Sensibilität.

Wer mit 25g+ unterwegs ist, stößt an die obere Grenze. Für schwere Jigs am Strom ist die 240er einfach zu leicht ausgelegt.

Was sagen andere?

Die Ninja X gehört zu den meistempfohlenen Einsteigerruten in deutschen Angel-Foren. In fast jedem "Welche Rute für Einsteiger?"-Thread taucht sie auf. Und das seit Jahren — was für die Konstanz spricht.

Besonders gelobt wird das Gewicht und die Rückmeldung für den Preis. Viele Angler nutzen sie als Backup-Rute oder zum Einführen von Angelkollegen. Die Langlebigkeit wird ebenfalls positiv erwähnt — mehrere Saisons sind keine Seltenheit.

Kritik gibt's kaum. Manchmal wird die fehlende Längenauswahl bemängelt (keine 270er in der leichteren Version) und gelegentlich die EVA-Griffe, die nach intensiver Nutzung etwas abgegriffen wirken.

Pro & Contra

Pro:

Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis
Sehr leicht für die Preisklasse (165g)
Gute Rückmeldung und Bisserkennung
Solide Verarbeitung ohne Schwachstellen
HVF-Blank wie in teureren Daiwa-Serien

Contra:

Kein Hakenöhr am Blank
EVA-Griff nutzt sich schneller ab als Kork
Unter 8g und über 25g an den Grenzen
Optisch eher unauffällig

Fazit

Die Daiwa Ninja X Spin 240 ist der Budget-König. Für unter 60 Euro bekommst du eine Rute, die vielen Ruten um 100 Euro das Wasser reichen kann. Leicht, sensibel genug für Zander, genug Rückgrat für Hecht — ein echter Allrounder für Einsteiger und als Zweitrute.

Wer mehr Sensibilität will, muss zur Prorex greifen. Wer mehr Rückgrat braucht, nimmt die 270er. Aber als solide Allround-Spinnrute zum fairen Preis? Da führt aktuell kaum ein Weg an der Ninja X vorbei.

7.5/10 — Der Einsteigerruten-Klassiker, der seinen Ruf seit Jahren verdient hat.

Veröffentlicht am 5. März 2026