Zeck Fishing Belly Cat
Preis-Leistungs-Sieger mit enormer Ausstattung, aber Paddel-Konzept nicht durchdacht
Erster Eindruck
Das Zeck Belly Cat ist ein Belly Boot, das vor allem eins will: Welsanglern ein stabiles und gut ausgestattetes Arbeitsgerät bieten. Mit 170cm Länge und 160kg Tragkraft spielt es in der oberen Liga der Belly Boote. Für 479 Euro bekommst du hier eine Komplettausstattung, die andere Hersteller gerne mal doppelt so teuer verkaufen. Aber ist das Belly Cat wirklich so gut, wie es auf dem Papier aussieht?
Verarbeitung
Zeck hat beim Material nicht gespart: 0,7mm starkes PVC-Schlauchbootmaterial mit durchgängigen Scheuerleisten an der kompletten Unterseite. Das ist robust und hält auch harten Kontakt mit Steinen oder Ästen aus. Die 3+2 Luftkammern-Konstruktion mit separatem Hochdruckluftboden und Hochdruck-Sitz sorgt für ordentlich Auftrieb und Sicherheit.
Die Verarbeitung ist solide, auch wenn man merkt, dass hier auf Preis optimiert wurde. Die Nähte sind sauber, die Ventile funktionieren zuverlässig. Der Heckspiegel für E-Motoren ist stabil montiert und macht einen wertigen Eindruck. Mit 12,9kg ohne Spiegel ist das Boot noch transportabel, auch wenn es mit der kompletten Ausstattung schnell an die 20kg-Marke geht.
Am Wasser
Hier zeigt sich schnell: Das Belly Cat ist ein Boot mit zwei Gesichtern. Die Stabilität ist beeindruckend – bei 170cm Länge und dem breiten Rumpf liegst du auch bei harten Drills sicher im Wasser. Die hohe Tragkraft von 160kg ist nicht nur Marketing-Gerede, sondern spürbar am Wasser. Selbst mit schwerem Tackle, Echolot und Batterie bleibt das Boot stabil und schwimmt hoch.
Der Sitzkomfort ist durch den Hochdruck-Sitz deutlich besser als bei vielen Konkurrenten. Du sitzt nicht direkt im Wasser, sondern erhöht – das ist bei längeren Sessions ein echter Vorteil. Die zwei Rutenhalter an der Rückenlehne sind praktisch positioniert und halten auch schwere Welsruten sicher.
Aber dann kommen die Probleme: Die Paddel sind schlichtweg unpraktisch. Sie rasten schwer in die seitlichen Halterungen und behindern massiv die Bewegungsfreiheit. Wer die Rutenhalter montiert hat, kann auf der entsprechenden Seite praktisch nicht mehr paddeln. Das ist ein Konstruktionsfehler, der das ganze Konzept in Frage stellt.
Mit Flossen funktioniert das Boot deutlich besser. Die erhöhte Sitzposition sorgt aber dafür, dass größere Angler (ab 183cm) Probleme bekommen – die Flossen kommen beim Paddeln aus dem Wasser. Das erfordert konzentriertes Arbeiten für leises Vorankommen.
Der E-Motor-Betrieb ist die beste Fortbewegungsart für das Belly Cat. Hier spielt die Stabilität ihre Stärken aus, und du kannst die umfangreiche Ausstattung voll nutzen. Allerdings läuft bei schweren Blei-Batterien Wasser hinten rein – ohne leichte Lithium-Batterie wird's problematisch.
Was sagen andere?
Die Community ist gespalten. Viele loben das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Stabilität. "Für den Preis bekommst du nirgendwo so viel Ausstattung", ist ein häufiger Kommentar. Die Tragkraft und Verarbeitung werden durchweg positiv bewertet.
Kritik gibt's hauptsächlich am Paddel-Konzept. "Die Paddel sind völlig unpraktisch", "Rudern geht nur ohne montierte Ausstattung" – solche Aussagen findest du in fast jedem Forum. Auch die hohe Sitzposition polarisiert: Kleinere Angler finden sie komfortabel, größere haben Probleme.
Interessant: Zeck scheint auf die Kritik zu reagieren. Eine neue Version ohne Paddel ist angekündigt – das zeigt, dass auch der Hersteller die Schwächen erkannt hat.
Pro & Contra
Pro:
Contra:
Fazit
Das Zeck Belly Cat ist ein typisches Beispiel für "viel Boot für wenig Geld" – aber mit Kompromissen. Als reines E-Motor-Boot oder für den Flossen-Betrieb ist es eine solide Wahl. Die Stabilität und Ausstattung sind für den Preis unschlagbar.
Das Paddel-Konzept ist aber so schlecht durchdacht, dass es das ganze Boot in Frage stellt. Wer hauptsächlich paddeln will, sollte die Finger davon lassen. Für Welsangler mit E-Motor oder Belly-Boot-Einsteiger, die viel Ausstattung für wenig Geld wollen, ist es trotzdem eine Überlegung wert.
Die angekündigte Version ohne Paddel könnte das Boot deutlich attraktiver machen. Bis dahin bleibt es ein Boot mit großem Potenzial, aber nervigen Schwächen im Detail.