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Jackall TN60

TN60 — Lipless Crankbait
BarschZanderHechtBurningYo-YoConstant Retrieve3 Min. Lesezeit
8.3
EXPERT RATING
PRODUKTBILD
QUICK VERDICT

Premium Lipless mit einzigartigem Sound und Tungsten-Nase. Teuer, aber die Performance rechtfertigt den Preis.

TESTBERICHT

Erster Eindruck

Der Jackall TN60 ist kein gewöhnlicher Lipless Crankbait. Während die meisten Vertreter dieser Kategorie mit Standard-Rasseln und Blei-Gewichten daherkommen, setzt Jackall auf eine Tungsten-Nase und ein spezielles Sound-System. Das Ergebnis: Ein Köder, der sich deutlich anders verhält als die üblichen Verdächtigen. Mit 60mm Länge zielt er auf kapitale Barsche und Zander ab – und das zu einem Preis, der erstmal schlucken lässt.

Verarbeitung

Die Japaner verstehen ihr Handwerk. Der TN60 liegt satt in der Hand, die Tungsten-Nase verleiht ihm ein anderes Gewichtsgefühl als herkömmliche Lipless Baits. Die Haken sind scharf ab Werk, die Sprengringe solide dimensioniert. Besonders auffällig: Der tiefe, knackende Sound beim Schütteln. Das ist kein billiges Geklapper, sondern ein durchdringender Ton, der auch unter Wasser seine Wirkung entfaltet.

Die Lackierung ist detailreich und realistisch – allerdings auch der Schwachpunkt des Köders. Nach ein paar Sessions am steinigen Grund oder nach Hecht-Kontakt zeigen sich erste Kratzer. Das ist ärgerlich bei dem Preis, beeinflusst aber die Fängigkeit nicht merklich.

Am Wasser

Der TN60 spielt seine Stärken vor allem in der warmen Jahreszeit aus, wenn die Räuber aktiv sind. Seine Tungsten-Nase hält ihn auch bei hohen Retrieve-Geschwindigkeiten stabil in der Spur – perfekt für aggressive Burn-Retrieves über Krautbetten oder entlang von Kanten.

Beim Yo-Yo-Spiel zeigt sich die wahre Klasse: Der Köder sinkt kopfvoran ab, taumelt dabei verführerisch und richtet sich bei Stopps senkrecht auf. Diese "Shimmy Drop"-Aktion ist Gold wert, wenn träge Zander zum Biss überredet werden müssen. Der Sound dabei ist einzigartig – tiefer und durchdringender als bei Standard-Rasseln.

An der Steinpackung eines Kanals konnte ich den TN60 ausgiebig testen. Während andere Lipless Baits ständig hängen blieben, navigierte er erstaunlich sauber durch die Hindernisse. Die externe Tungsten-Lippe macht ihn weniger snag-anfällig als erwartet.

Die Wurfweite ist für einen 60mm-Köder beeindruckend. Das Tungsten-Gewicht katapultiert ihn auch bei Gegenwind weit hinaus – ein klarer Vorteil beim Absuchen großer Wasserflächen.

Was sagen andere?

Die Meinungen in den Foren sind eindeutig: Der TN60 polarisiert. Die einen schwören auf seine einzigartige Aktion und den unverwechselbaren Sound, die anderen sehen ihn als überteuerten Marketing-Gag. Besonders amerikanische Bass-Angler sind begeistert von seiner Performance bei schnellen Retrieves.

Ein häufiger Kritikpunkt: Die Augen können bei hartem Einsatz herausfallen. Das passiert vor allem nach Hecht-Attacken, beeinflusst aber weder Lauf noch Fängigkeit. Viele Angler tauschen die Drillinge gegen Einzelhaken, um den Köder krautfester zu machen – funktioniert gut.

Interessant: Verglichen mit Rapala Rattlin' Cranks schneidet der Jackall deutlich besser ab. Der Sound ist lauter und prägnanter, die Verarbeitung eine Liga höher.

Pro & Contra

Pro:

Einzigartiger, tiefer Sound mit hoher Lockwirkung
Tungsten-Nase sorgt für Stabilität und Wurfweite
Weniger snag-anfällig als erwartet
Steht bei Pausen senkrecht auf – sehr natürlich
Hochwertige Verarbeitung und realistische Dekore
Effektiv bei verschiedenen Retrieve-Geschwindigkeiten

Contra:

Lackierung kratzt relativ schnell ab
Deutlich teurer als Standard-Lipless Baits
Augen können bei hartem Einsatz herausfallen
Nicht für jeden Geldbeutel geeignet

Fazit

Der Jackall TN60 ist ein Premium-Lipless, der seinen Preis durch Performance rechtfertigt. Sein einzigartiger Sound und die Tungsten-Technologie heben ihn klar von der Konkurrenz ab. Wer bereit ist, für Qualität zu zahlen und einen Köder sucht, der auch schwierige Fische zum Biss verleitet, macht hier nichts falsch.

Für Gelegenheitsangler ist er überteuert – da tun es auch günstigere Alternativen. Aber wer ernsthaft auf Barsch und Zander fischt und einen Köder braucht, der auch unter Druck funktioniert, sollte den TN60 definitiv ausprobieren. Besonders in klarem Wasser und bei aktiven Fischen spielt er seine Stärken voll aus.

Veröffentlicht am 4. März 2026